Wartezone - zwischen dem alten und neuen Leben
Apollo 13 ist gelandet
Mein Körper ist in der alten Heimat angekommen.
Mein materielles Leben steckt noch fest in der kleinen Stadt auf Heroin im Osten
Hier:
Rollstuhl und Behinderten gerechte Wohnung.
Fast die gesamte Infrastruktur im Umkreis von 20min
- mit dem Rollstuhl und dem Tagespensum an Körperkraft und Nervenstärke.
Ein Biotop für die Species, die es mal werden würde, wenn Fortpflanzung ein großes Interesse wäre.
Ein Kurort um die Narben auf meiner Seele gesund zu pflegen.
Und mit kaputtem Rücken kennt man sich hier besser aus als in der kaputten kleinen Stadt auf Heroin im Osten.
Alptraum
So etwas wie die letzten Wochen, die letzten Monate, ja die ganzen letzten 10 Jahre, bleibt nicht ohne Spuren. Im Moment bin ich froh für jede Nacht, in der ich nicht mit einem Schrei aus einem Alptraum aufwache.
Blick zurück
Mit Kneipentheken-Zynismus könnte man sagen:
"Was einen nicht tötet, macht einen nur härter - und gefährlicher"
oder
"Unter hohem Druck und hohen Temperaturen - wird aus Kohlenstoff ein Diamant.
Und was soll wohl raus kommen, wenn ein Sohn eines Bergmannes überlebt in einer Stadt in der die heiße Luft, die da produziert wird, so heiß werden kann, wie das Innere eines Hochofens."
Aber mir ist im Moment das Lachen oft genug im Halse stecken geblieben.
Blick nach vorn
Und ich wünsch mir einfach nur Frieden, ein bisschen Ruhe an der Ruhr und dass das Tagwerk uns nicht vor der Zeit umbringt.
Denn ob es Frieden in den Hütten gibt oder Krieg in den Palästen, darüber entscheiden auch noch ganz andere als wir selbst.
Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass wir bei allem Menschen sind.
Und das Leben rückwärts verstanden aber vorwärts gelebt wird.
Mit Hoffnung auf eine bessere, erträglichere Zukunft.
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